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Windelausschlag



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Es gibt praktisch keinen Säugling, der nicht immer einmal wieder an einem wunden Po oder Wundsein leidet – also dem, was der Arzt dann als Windelausschlag (Windeldermatitis) bezeichnet. Rechtzeitig bemerkt, löst sich das Problem durch eine intensivierte Hautpflege binnen weniger Tage von selbst.

Leitbeschwerden

  • Hautrötung, sie beginnt meist um den Anus herum
  • Ausbildung kleiner Knötchen und Schuppungen
  • Offene, nässende Stellen
  • Bei zusätzlicher Pilzinfektion Pusteln und Knötchen, die in die Umgebung streuen.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Sich der wunde Po durch verstärkte Pflegemaßnahmen nicht „in den Griff“ bekommen lässt
  • Sich viele Knötchen bilden, die sich auch auf die bisher gesunde Haut ausbreiten; dies ist ein Hinweis auf eine zusätzliche Infektion durch Hefepilze

Heute noch, wenn sich Bläschen bzw. gelbe Krusten oder Fieber entwickeln; dies ist ein Hinweis auf eine zusätzliche Infektion durch Bakterien.

Die Erkrankung

Unter dem Windelpaket ist die zarte Kinderhaut durch die Feuchtigkeit immer stark belastet. Urin und Stuhl tun ein Übriges, um die Haut zu reizen. Kein Wunder, dass schon Durchfall oder ein versäumter Windelwechsel ausreichen können, dass sich die Haut auch sichtbar entzündet, d. h. wund wird. Auch wenn Gläschen mit neuer Nahrung beigefüttert werden oder wenn das Kind Fruchtsäfte oder Zitrusfrüchte bekommt, ist die Windeldermatitis häufiger.

Ist die Windeldermatitis nach einer Nahrungsumstellung aufgetreten, handelt es sich in aller Regel nicht um eine Allergie, sondern um eine natürliche Reaktion auf die neue Nahrung, die den Stuhlgang eine Zeit lang verändert. Durch intensivierte Po-Pflege gewöhnt sich die Haut bald an die neue Nahrung.

Oft kommt zum wunden Po noch ein weiteres Problem hinzu: Auf der geschädigten Haut siedeln sich nämlich leicht die im Darm bei jedem Kind vorkommenden Hefepilze (Candida albicans) an, und machen aus dem Wundsein einen Windelsoor. Er ist daran zu erkennen, dass die Hautveränderungen nun nicht mehr scharf begrenzt sind, sondern sich Streuherde (einzelne Knötchen und Pusteln) in der Umgebung finden, etwa auf dem Bauch oder den Oberschenkeln. Oft schuppt sich beim Windelsoor auch die Haut am Rand des Ausschlags.

Sehr viel seltener infiziert sich wunde Haut mit Bakterien, v. a. mit Staphylokokken. Eine solche aufgepfropfte bakterielle Infektion ist an den einzeln stehenden, von einem deutlichen roten Hof umrandeten Pusteln, Blasen oder Knötchen zu erkennen. Die Pusteln des Windelsoors sind viel kleiner, zahlreicher und haben keinen so ausgeprägten „zornig roten“ Hof.

Das macht der Arzt

Bei offenen Stellen der Haut verordnet der Arzt desinfizierende oder gerbstoffhaltige Präparate (z. B. Chlorhexidin® oder Tannosynth®) zum Auftragen oder Aufpinseln, seltener auch als Bäder oder feuchte Umschläge. Solche Präparate trocknen die Haut und beugen einer Infektion vor.

Ist es bereits zu einer zusätzlichen Hautinfektion durch Pilze gekommen, verordnet der Arzt gegen Pilze wirksame Salben oder Cremes (Antimykotika). In ausgeprägten Fällen, oder wenn gleichzeitig ein Mundsoor besteht, können Antimykotika zum Schlucken notwendig sein, damit die Pilze des Darms nicht immer wieder die Windelregion befallen.

Bei bakteriellen Hautinfektionen sind antibiotische Cremes notwendig. Vor allem kleine Babys müssen manchmal die Antibiotika auch einnehmen. Bei Fieber ist unter Umständen sogar eine intravenöse Behandlung im Krankenhaus unumgänglich.

Selbsthilfe

Der Windelausschlag verschwindet meist durch intensive Hautpflege. Zur Vorbeugung sollten Sie:

  • Ihr Kind immer dann sofort wickeln, wenn es Stuhlgang hatte. Zur Säuberung verwenden Sie ölgetränkte Tücher oder einen weichen Waschlappen und Wasser. Danach wird die Haut vorsichtig trocken getupft (nicht reiben!). Tut das dem Kind weh, kann auch trocken geföhnt werden.
  • Ihr Kind möglichst oft mit nacktem Po auf einer Decke strampeln lassen, damit Luft an die Haut kommt. Insgesamt ist das der wirksamste Schutz.
  • Zum Schutz der Babyhaut eine zinkhaltige Salbe (kann vom Apotheker selbst gemischt werden) verwenden; sie schützt vor allem nachts. Puder sind ungeeignet, da sie verklumpen und die Haut aufscheuern können.
  • Keine Stoffwindeln verwenden; sie bieten keine Vorteile. Einmalwindeln saugen die Feuchtigkeit besser auf.

Komplementärmedizin

Gerbstoffhaltige Pflanzenextrakte als Zusatz zu einem Bad oder Sitzbad können die Heilung der Haut beschleunigen. Zur Basispflege bei Windeldermatitis hat sich Calendula-Heilsalbe bei jedem Windelwechsel bewährt (z. B. Weleda Calendula Babycreme®). Der Apotheker kann Ihnen auch eine Salbe mit Zinkanteil und Pflanzenextrakt mischen. In diesen Salben sind Extrakte z. B. von Calendula, Eichenrinde, Hamamelis oder Kamille enthalten.

Die empfindliche Haut kann mit warmem Schafgarbentee gereinigt werden (1 Teelöffel mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen).


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Herbert Renz-Polster | zuletzt geändert am 14.03.2016 um 18:11


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