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Tränensackentzündung



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Tränensackentzündung (Dakryozystitis): Akute oder chronische Entzündung von Tränensack und -gang. Verschlüsse oder Verengungen sind an jeder Stelle des Tränenwegesystems möglich. Die Entzündung des Tränensacks ist die häufigste Erkrankung der ableitenden Tränenwege, eine Entzündung der Tränenkanälchen (Canaliculitis) kommt seltener vor.

Leitbeschwerden

  • Einseitige Schwellung des Tränensacks
  • Mit oder ohne Rötung (auch von Bindehaut und Unterlid)
  • Schmerzen, besonders bei Berührung, die in Stirn- und Zahnregion ausstrahlen können
  • Eventuell Eiter aus dem unteren Tränenpünktchen
  • Möglicherweise Fieber.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen, wenn sich die Schwellung nicht bessert.

Heute noch, wenn Fieber, Rötung und/oder Schmerzen auftreten.

Die Erkrankung

 

Bei einer akuten Tränensackentzündung (akute Dakryozystitis) ist der Ausgang des Tränensacks verengt, z. B. infolge einer Scharlach-, Windpocken- oder Grippeinfektion. Die Tränenflüssigkeit fließt nicht mehr ab, die Augen tränen, es kommt zur Entzündung. Die gestaute Tränenflüssigkeit ist ein idealer Nährboden für Bakterien, auch aus benachbarten infizierten Geweben, wie z. B. den Nasennebenhöhlen. Die Bakterien können sich im Tränensack zu einem Abszess einkapseln, der spontan durchbrechen kann (Tränensackfistel). Breitet sich die Infektion auf Lider und Wange aus, spricht man von einer Dakryophlegmone. Dann droht die Gefahr einer Blutvergiftung. Nachdem die akute Entzündung des Tränensacks abgeklungen ist, können Rötung und Schwellung weiter bestehen bleiben. Eine solche chronische Tränensackentzündung (chronische Dakryozystitis) kann sich aber auch ohne vorangegangene akute Phase entwickeln.

Das macht der Arzt

Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Bei unklarer Ursache werden für den Erregernachweis Sekret und Eiter durch leichten Druck aus dem Tränensack gewonnen. Zum Ausschluss einer Nasennebenhöhleninfektion überweist der Augenarzt den Patienten zum Röntgen bzw. an einen HNO-Arzt. Um ein breites Erregerspektrum abzudecken, werden Antibiotika sofort lokal (Salbe mit Gentamicin, z. B. Refobacin®) und systemisch (etwa Dicloxacillin, z. B. Infectostaph®) angewendet.

Nachdem der Erreger ermittelt wurde, muss gegebenenfalls auf ein Antibiotikum mit einem anderen Wirkspektrum umgestellt werden. Um eine chronische Tränensackentzündung zu verhindern, wird operativ je nach Lokalisation der Engstelle eine neue direkte Verbindung zwischen Tränensack und unterem Nasengang geschaffen (Dakryozystorhinostomie).


Von: gesundheit-heute.de; Dr. rer. nat. Katharina Munk | zuletzt geändert am 18.03.2016 um 11:24


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