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Sterilisation der Frau



Sterilisation der Frau (Tubenligatur, Tubensterilisation): Durchtrennen der Eileiter unter Vollnarkose, wodurch ein Zusammentreffen von Eizelle und Spermien verhindert wird. Da der Eingriff eine echte Operation darstellt, sind Komplikationen viel häufiger als bei der Sterilisation des Mannes.

Neben dem Verhütungsaspekt wird die Sterilisation Frauen (ab 30) aus medizinischen Gründen empfohlen, wenn eine Schwangerschaft die Frau gesundheitlich schwer gefährden würde, so z. B. nach einer Wochenbettpsychose, nach schwierig verlaufenen Operationen an der Gebärmutter oder bei fortgeschrittenem Diabetes.

Durchführung. Die Sterilisation wird zunehmend ambulant durchgeführt, es ist jedoch auch ein Krankenhausaufenthalt von 1–2 Tagen möglich. Um eine Schwangerschaft auszuschließen, erfolgt der Eingriff während der ersten Zyklushälfte.

Die zurzeit gebräuchlichste Methode ist die Sterilisation im Rahmen einer Bauchspiegelung unter Vollnarkose. Über einen kleinen Schnitt im Bauchnabel werden die Eileiter mit einer Zange entweder elektrisch verklebt (Thermokoagulation), durchtrennt oder durch Kunststoffclips zusammengepresst und somit undurchgängig gemacht (Clip-Sterilisation). Nach der Operation sollte sich die Frau einige Tage lang schonen, Verhütungsschutz besteht aber ab sofort.

In seltenen Fällen kann eine Sterilisation nicht laparoskopisch durchgeführt werden, z. B. bei starken Verwachsungen im Bauchraum oder starkem Übergewicht. Ist sie dennoch erwünscht oder notwendig, erfolgt der Eingriff durch einen kleinen Bauchschnitt (Mini-Laparotomie). Dieser Eingriff erfordert einen Krankenhausaufenthalt von 3–4 Tagen.

Die Durchtrennung der Eileiter verhindert, dass Spermien und Eizellen im Eileiter aufeinander treffen und sich vereinigen. Wie zuvor macht sich die Eizelle vom Eierstock zwar auf den Weg zur Gebärmutter, kommt jedoch nur bis zur durchtrennten Stelle, wo sie von der Schleimhaut des Eileiters aufgenommen (resorbiert) wird und sich auflöst.

Dadurch, dass die weiblichen Hormone nicht durch den Eileiter wandern, sondern vom Eierstock direkt ins Blut abgegeben werden, verändert sich der Hormonhaushalt nach der Sterilisation nicht; Monatsblutung, Körpergewicht und sexuelle Erlebnis- und Orgasmusfähigkeit bleiben in der Regel so, wie sie vorher waren.

Nebenwirkungen. Neben dem allgemeinen Operations- und Narkoserisiko können operationsbedingte Komplikationen wie innere Verletzungen, Blutungen und Infektionen in der Bauchhöhle vorkommen; Unterleibsschmerzen deuten möglicherweise auf Verwachsungen in der Bauchhöhle hin. Zudem steigt nach einer Sterilisation das Risiko einer Eileiterschwangerschaft.

In seltenen Fällen treten Zyklusstörungen oder vorzeitige Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen auf, für die Durchblutungsstörungen im Eierstock als Ursache vermutet werden.

Es gibt aber auch Veränderungen, die nicht auf die Operation selbst zurückgehen, sondern z. B. auf das Absetzen der „Pille" nach der Sterilisation oder die seelische Verarbeitung des Eingriffs.

Sicherheit. Die Sterilisation der Frau ist mit einem Pearl-Index von ~ 0,3 sehr sicher, wobei die früher beliebte Clip-Sterilisation das unsicherste der verschiedenen Verfahren ist.

Seit 2004 werden Sterilisationen nur noch von der Kasse bezahlt, wenn sie medizinisch notwendig sind.

Hysteroskopische Sterilisation. Neue Verfahren zur Sterilisation sind die Essure®- und die Ovabloc®-Methode. In beiden Fällen erfolgt die Sterilisation ohne Vollnarkose im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie). Beim Essure®-Verfahren wird über Scheide und Gebärmutter eine Mikrospirale aus Polyester, Nickel-Titan und Edelstahl in die Eileiter eingesetzt. Innerhalb von drei Monaten beginnt das Körpergewebe in die Spirale (ein)zuwachsen und blockiert so die Eileiter. Während dieses Zeitraums ist die Frau noch fruchtbar und muss noch anderweitig verhüten. Beim Ovabloc®-Verfahren werden die Eileiter mit einem weichen Stift verschlossen. Über das Versagensrisiko liegen noch keine gesicherten Aussagen vor.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 09.08.2016 um 12:35


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