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Stabsichtigkeit



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Stabsichtigkeit (Astigmatismus, Hornhautverkrümmung): Krümmungsanomalien der Hornhaut oder seltener der Linse, durch die es zu unscharfem, verzerrtem Sehen kommt. Bei der regulären Stabsichtigkeit (Astigmatismus nach der Regel) bestehen zwei unterschiedlich brechende Ebenen, ein punktförmiges Objekt wird so als Stab auf der Netzhaut abgebildet; zur Korrektur wird ein Zylinderglas verwendet. Bei der irregulären Stabsichtigkeit (Astigmatismus gegen die Regel), meist infolge von Vernarbungen oder Unfällen, ist die Hornhaut völlig unregelmäßig gewölbt, der Betroffene sieht alles verzerrt; die Korrektur erfolgt mit einer harten Kontaktlinse.

Leitbeschwerden

  • Unscharfes Sehen in der Nähe und in der Ferne
  • Doppelkonturen der betrachteten Objekte.

Die Erkrankung

Eine geringe Stabsichtigkeit ist fast der Regelfall. Werte unter 0,5 dpt findet man bei nahezu jedem: Die Natur ist eben nicht „genormt". Vermutlich durch eine zu hohe Lidspannung ist die Oberfläche des Auges häufig geringfügig elliptisch gekrümmt, wie die Hälfte eines Eis oder eines Rugby-Balls. Einfallendes Licht wird dadurch in einer waagerechten Ebene stärker gebrochen als in der dazu senkrecht stehenden; dementsprechend werden alle Gegenstände unscharf und verzerrt gesehen, eine punktförmige Lichtquelle erscheint als Strich.

Die Stabsichtigkeit tritt meist in Kombination mit Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit auf. Bei der regulären Stabsichtigkeit bestehen nur zwei verschiedene Brechungsebenen, bei der irregulären Stabsichtigkeit ist die Hornhaut so unregelmäßig geformt und gewölbt, dass einfallende Strahlen nicht in einem Punkt, sondern in zahlreichen Punkten gebündelt werden, auf der Netzhaut entsteht dann ein unscharfes Bild.

Das macht der Arzt oder Optiker

Bei einer regulären Stabsichtigkeit bestimmt der Augenarzt ein Zylinderglas. Eine Weit- oder Kurzsichtigkeit wird ebenfalls mit ausgeglichen. Zylindergläser brechen das Licht in unterschiedlichen Richtungen. Darum ist bei der Verordnung immer die Achsenlage angegeben. Die konvexen (nach außen gewölbten) und konkaven (nach innen gewölbten) Zylinder werden so geschliffen, dass die beiden Achsen senkrecht aufeinander stehen und die Zylinder lediglich in ihrer Brechkraft verändert sind. Das Brillenrezept enthält dann neben der Angabe über Weit- bzw. Kurzsichtigkeit (Plus- oder Minusgläser) auch die Angabe zu Vorzeichen und Gradangabe über das Zylinderglas.

Vorsicht bei runden Brillengestellen: Hier kann sich unter Umständen das Glas in der Fassung drehen!

Die Anpassung von Zylindergläsern sollte möglichst früh erfolgen, eine erstmalige Anpassung im Erwachsenenalter ist oft problematisch. Es kommt häufig zu Kopfschmerzen, Doppelt- oder Verzerrtsehen, weil das Gehirn gelernt hat, das auf der Netzhaut falsch abgebildete Objekt richtig zu interpretieren. Es ist daher sinnvoll, erst nach und nach die volle Stärke auszugleichen. Eine reguläre Stabsichtigkeit lässt sich auch mit speziell angepassten Kontaktlinsen (Torische Kontaktlinsen) ausgleichen.

Eine irreguläre Stabsichtigkeit wird ausschließlich mit harten Kontaktlinsen korrigiert. Der Tränenfilm zwischen Hornhaut und Kontaktlinse gleicht die Unebenheiten aus. Unter Umständen zieht der Augenarzt eine Hornhauttransplantation in Betracht.

Eine Lasertherapie der Stabsichtigkeit ist bislang nur bei Werten bis 5 dpt möglich.

Komplementärmedizin

Ob ein funktionelles Augentraining zur Entspannung der Augenmuskeln bei Stabsichtigkeit hilft, ist fraglich; bislang liegen keine aussagekräftigen Studienergebnisse vor, die einen günstigen Einfluss auf die Sehleistung bei dieser Form der Fehlsichtigkeit bestätigen. Andererseits dürften entspannende Augenübungen (z. B. Augenyoga-Übungen, Palmieren) aber auch nicht schaden.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. rer. nat. Katharina Munk | zuletzt geändert am 18.03.2016 um 10:58


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