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Nephrotisches Syndrom



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Nephrotisches Syndrom: Akute oder chronische Nierenschädigung, die mit hohen Eiweißverlusten und typischen Beschwerden, insbesondere Ödemen, einhergeht. Es wird durch verschiedene (Nieren-)Krankheiten ausgelöst. Wird die Ursache beseitigt, verschwindet meist auch das nephrotische Syndrom. Es kann aber auch zum chronischen Nierenversagen mit Dialysepflicht führen. Eine besonders gute Prognose haben Kinder, bei denen sich ein nephrotisches Syndrom aus einer Glomerulonephritis entwickelt hat. Schlechtere Aussichten haben Patienten mit einer Antibasalmembran-Glomerulonephritis sowie Diabetiker.

Leitbeschwerden

  • Ödeme, vor allem in Beinen (Knöchel), Armen und Gesicht (Augenlider)
  • Gewichtszunahme, bedingt durch die Wassereinlagerungen
  • Schaumiger Urin
  • Neigung zu Thrombosen (Blutgerinnseln)
  • Erhöhter Blutdruck
  • Infektanfälligkeit.

Die Erkrankung

Gesunde Nieren besitzen mit den Nierenkörperchen ein Filtersystem, das große Moleküle wie z. B. Eiweiße zurückhält und Wasser sowie kleinere Stoffe (z. B. Mineralien) durchlässt. Eiweiße verhalten sich in den Blutgefäßen wie ein Schwamm, der Wasser aufsaugt und bindet, und sorgen so dafür, dass der Wasserhaushalt von Blutgefäßen und Körpergewebe im Gleichgewicht bleibt. Beim nephrotischen Syndrom entstehen im Filtersystem der Niere „Lecks“. Durch diese Lecks gehen große Mengen an Eiweiß über den Urin verloren. Diese Eiweiße sind es auch, die den Urin schaumig werden lassen. Infolge des starken Eiweißverlusts verlagert sich Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Körpergewebe, das zu Ödemen an Beinen, Armen und im Gesicht führt.

In ~ 75 % der Fälle entsteht das nephrotische Syndrom infolge einer Glomerulonephritis, andere Ursachen sind Langzeitschäden des Diabetes, so die diabetische Nephropathie und die Glomerulopathie.

Das macht der Arzt

Am einfachsten ist der Nachweis von Eiweiß im Urin mit einem Urin-Teststreifen. Genauer ist die Messung der Eiweißausscheidung im 24-Stunden-Sammelurin, die beim nephrotischen Syndrom über 3 000 mg pro Tag liegt (normal ist ein Wert unter 150 mg). Weitere Urin- und Blutuntersuchungen dienen der genauen Abklärung der Ursache. In den meisten Fällen ist für die genaue Diagnose zudem eine Nierenbiopsie notwendig.

Grundsätzlich versucht der Arzt immer sowohl die Beschwerden als auch die zugrunde liegende Ursache des nephrotischen Syndroms zu beseitigen, damit die Nieren nicht dauerhaft geschädigt werden. Beschwerden werden vom Arzt wie folgt behandelt:

  • Ödeme werden mit Diuretika ausgeschwemmt.
  • Eiweißverluste über die Nieren und eventuell erhöhter Blutdruck werden reduziert.
  • Die Nieren werden durch eine salz- und eiweißarme Ernährung entlastet.

Zur Behandlung der Ursachen zählen die optimale Einstellung eines Diabetes, die Bekämpfung einer Niereninfektion oder das Absetzen schädlicher Medikamente.

Selbsthilfe

Menschen mit Diabetes Typ 2 wird empfohlen, die Aufnahme von Kochsalz (Natriumchlorid) mit der Nahrung auf maximal 6 g täglich zu beschränken. Studien zufolge kann eine kochsalzarme Ernährung eine erhöhte Eiweißausscheidung über den Urin signifikant reduzieren und damit das Risiko für Nierenschäden verringern.

6 g Speisesalz entsprechen in etwa einem gestrichenen Teelöffel voll Salz. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt die Speisesalzzufuhr bei ca. 70 % der Frauen und bei ca. 80 % der Männer derzeit zu hoch. Der größte Teil wird über verarbeitete Lebensmittel und den Verzehr außer Haus zubereiteter Speisen zugeführt. Um den Salzkonsum zu reduzieren, sollte der Verzehr verarbeiteter Lebensmittel reduziert und der Verzehr unverarbeiteter Lebensmittel, wie Gemüse und Obst gesteigert werden. Es empfiehlt sich, bei der Speisenzubereitung mit weniger Salz, dafür mit reichlich Gewürzen und Kräutern zu würzen. Es fällt leichter, die Salzzufuhr zu verringern, wenn dies in kleinen Schritten passiert, damit man sich an den schwächeren Salzgeschmack gewöhnen kann.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. André Lauber | zuletzt geändert am 31.08.2016 um 15:52


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