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Masern, Mumps und Röteln



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Masern, Mumps und Räteln sind durch die für alle Kinder empfohlenen Impfungen selten geworden.

Masern

Masern (Morbilli) werden vom Masern-Virus verursacht. Nach einer Inkubationszeit von 8–12 Tagen zeigen sie sich zunächst durch ein etwa drei Tage dauerndes Vorstadium mit Fieber bis 39 °C, Husten, Schnupfen und Halsbeschwerden. Auffällig ist dabei die Rötung der Augenbindehäute, die „verschwollenen“ Augen sowie die weißlichen, kalkspritzerartigen Flecken an der Wangeninnenseite gegenüber den Backenzähnen (Koplik-Flecken). Nach kurzzeitiger Besserung steigt das Fieber auf bis zu 40 °C. Dem Kind geht es schlecht; die Lymphknoten am ganzen Körper schwellen an, und es zeigt sich der typische Hautausschlag: hochrote, zunächst ganz kleine erhabene Fleckchen, die rasch größer werden und zusammenfließen. Die Flecken können teils blutig unterlaufen. Der Ausschlag beginnt meist im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich dann über den Körperstamm sowie über Arme und Beine aus. Nach 4–7 Tagen verblasst der Ausschlag, und das Fieber wird geringer.

Masern sind komplikationsträchtig: ~ 1 % der betroffenen Kinder bekommt eine Kehlkopfentzündung, die aber meist mild verläuft. Genauso häufig ist eine Mittelohrentzündung. Sie heilt ebenfalls meist ohne Folgeschäden. Gefährlicher ist die Lungenentzündung, die oft im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt werden muss. Einer von 2 000 Masernkranken entwickelt eine masernbedingte Gehirnentzündung (Masernenzephalitis) mit Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen und Nervenausfällen. Bei rund jedem vierten dieser Kinder bleiben Dauerschäden am Gehirn zurück; bei schätzungsweise jedem sechsten verläuft die Masernenzephalitis sogar tödlich (Details zur Gehirnentzündung). Sehr selten, aber gefürchtet ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die nach Jahren zum Tod führt. Eine SSPE entwickelt sich vor allem bei Infektionen im Säuglingsalter.

Einer Studie der Princeton-Universität zufolge weisen Menschen nach durchgemachter Masern-Erkrankung für bis zu drei Jahren eine erhöhte Sterblichkeit für andere Infektionserkrankungen auf. Die Vermutung ist, dass es durch die Masern zu einer Art Immun-Amnesie kommt, die die Betroffenen anfälliger für andere Erkrankungen macht, da sich die Immunzellen auf das Masern-Virus einschießen und für andere Erreger nicht mehr zur Verfügung stehen. Laut den Forschern kann demnach eine Masern-Impfung auch vor Folgeinfektionen schützen.

Mumps

Vom Mumps-Virus ausgelöst, zeigt sich Mumps (Ziegenpeter, Parotitis epidemica) nach einer Inkubationszeit von 14–24 Tagen durch eine zuerst einseitige, schmerzhafte Schwellung einer Ohrspeicheldrüse. Das Fieber ist oft nur leicht. Die Schmerzen „in der Backe“ strahlen zum Ohr und in den Hals aus und werden durch Öffnen des Mundes, Kauen oder Schlucken verstärkt. Nach wenigen Tagen greift die Schwellung dann auch auf die andere Ohrspeicheldrüse über. Rund ein Drittel aller Kinder, die sich mit dem Mumps-Virus anstecken, zeigen keine Krankheitszeichen. Sie machen den Mumps also unbemerkt durch.

Bei den meisten Kindern bleibt der Mumps ohne Folgen. Bei etwa 1–2 % der Erkrankten tritt aber eine, meist nur leichte, Hirnhautentzündung (Meningitis) auf. Auch Gehirnentzündungen kommen vor. Sie können mit Komplikationen, z. B. Schwerhörigkeit verbunden sein; sie sind aber glücklicherweise sehr selten. Stecken sich Jungen nach der Pubertät an, entwickelt sich bei ungefähr 30 % eine schmerzhafte Hodenentzündung. Sie kann in diesem Alter die Sperma bildenden Zellen schädigen, so dass eine Unfruchtbarkeit zurückbleiben kann. Eine weitere Komplikation ist die Bauchspeicheldrüsenentzündung; sie verläuft meist mild und zeigt sich durch Bauchschmerzen und Übelkeit.

Röteln

Die vom Röteln-Virus übertragenen Röteln (Rubella, Rubeola) sind für Kinder harmlos. Sie zeigen sich nach einer Inkubationszeit von 2–3 Wochen als geringfügige erkältungsähnliche Allgemeinbeschwerden, z. B. durch Abgeschlagenheit und leichtes Fieber. Eine Lymphknotenschwellung, vor allem hinter den Ohren und am Nacken, kann vorkommen.

Nur in 50 % der Fälle tritt ein typischer Ausschlag auf: Er ist hellrot, feinfleckig, die einzelnen Fleckchen sind dabei leicht erhaben. Meist beginnt der Ausschlag im Gesicht und breitet sich von dort nach unten über den Körper aus. Im Gegensatz zu den Masern laufen die einzelnen Flecken aber nicht zusammen. Der Ausschlag bildet sich in umgekehrter Reihenfolge nach etwa einer Woche zurück. Komplikationen, am häufigsten Gelenkbeschwerden oder eine Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündung, sind sehr selten und verlaufen in aller Regel gutartig.

In der Schwangerschaft allerdings sind Röteln eine ernste Bedrohung: Die Viren gelangen vor allem in der Frühschwangerschaft leicht über den Mutterkuchen in den kindlichen Blutstrom. Schwere kindliche Schäden mit geistiger Behinderung, Schwerhörigkeit bzw. Taubheit, Sehbehinderung und/oder Herzfehlern sind in bis zu 50 % der Fälle die Folgen (Röteln-Embryopathie). Die Schwangere weiß oft gar nichts von der Infektion, da bei den Röteln die typischen Krankheitszeichen (wie etwa der Ausschlag) oft fehlen.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Herbert Renz-Polster | zuletzt geändert am 13.10.2017 um 12:18


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