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Milchmangel



Es gibt wenig Frauen, die nicht stillen können: Nur bei 2–3 % klappt das Stillen überhaupt nicht. Mit Stillproblemen hingegen haben viele Frauen und deren Kinder zu kämpfen. Von den Frauen, die vor dem 4. Monat das Stillen aufgeben, gibt die Mehrheit an, sie hätten „zu wenig Milch“. Auch wenn ein solcher Milchmangel tatsächlich vorkommen kann (wenn die Brustdrüse unterentwickelt ist, was aber sehr selten ist), steht hinter einem befürchteten Milchmangel oft etwas anderes:

  • Manche Frauen sind darüber besorgt, dass ihre Brüste jetzt nicht mehr so voll sind. Das ist normal – Angebot und Nachfrage haben sich jetzt lediglich besser eingependelt, sodass die Brust weniger übervolle Drüsenbläschen hat als in den ersten Wochen.
  • Auch dass Stillkinder im Vergleich zu Flaschenkindern häufiger trinken, lässt Mütter vermuten, ihre Milch reiche nicht aus. Allerdings gehört die häufigere Nahrungsaufnahme zum Kleingedruckten des Stillens. Das Stillen verlangt dem Kind eine größere Anstrengung ab, sodass es sich eher auf halber Strecke schon mal zufrieden gibt. Dies ist alles normal – solange das Kind gedeiht, liegt kein Milchmangel vor.
  • Nicht selten interpretieren Frauen das Schreien des Kindes (z. B. aufgrund der Dreimonatskoliken) als Hungergeschrei. Das ist verständlich – denn bei Krämpfen schreien die Kinder nun einmal vorzugsweise und suchen dann gern Trost an der Brust. Ob die Brust dafür der rechte Ort ist, muss jede Frau selbst entscheiden. Zumindest wenn die Warzen zum Wundsein neigen, spricht nichts dagegen, die mütterliche Nähe auch auf anderem Weg mitzuteilen.

Nur wenn das Kind auch bei ansonsten normaler Gesundheit nicht zunimmt oder sogar an Gewicht verliert, liegt wahrscheinlich ein Milchmangel vor. Lassen Sie sich von Kinderarzt oder Hebamme beraten, was Sie tun können. Eventuell hat das Kind auch eine Erkrankung. In jedem Fall können Sie aber die Milchbildung mit den folgenden Maßnahmen unterstützen:

  • Ein zu enger BH kann die Milchbildung drosseln. Unter Umständen hilft es, für eine Weile oder zumindest nachts keinen Still-BH zu tragen.
  • Legen Sie vor dem Stillen einen feuchten warmen Waschlappen auf die Brust, um den Milchfluss anzuregen. Alternativ können Sie auch eine Viertelstunde vorher warm duschen.
  • Legen Sie Ihr Baby an beiden Brüsten an. Auch wenn Sie es häufiger anlegen, wird mehr Milch produziert.
  • Achten Sie auf eine bequeme Körperhaltung beim Stillen. Gerade bei Schmerzen besteht die Möglichkeit, dass Sie sich trotz ausreichender Milch in Wahrheit „nur“ verkrampfen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass einige Bezirke der Brust nicht richtig entleert werden, wechseln Sie solange die Stillposition, bis das Kind mit seinem Saugreflex auch die „entlegenen“ Brustbezirke erreicht. Auch eine Stützung der Brust mit einer Hand beim Stillen kann dies bewirken.
  • Ein Oxytozin-Nasenspray kurbelt die Milchausschüttung an.

Komplementärmedizin

Eine milchbildende Wirkung wird Anis, Basilikum, Bockshornklee, Brennnessel, Dill, Eisenkraut, Fenchel, Gartenraute, Kümmel, Majoran und Zitronenverbenenblättern nachgesagt. Auch Gerste und Hafer sowie Malz scheinen die Milchbildung zu fördern (z. B. in Caro-Kaffee oder Malzbier). Geeignete Mischungen finden sich in Stilltees (Milchbildungstees), die es in allen Drogerien und Apotheken gibt. Leider lässt die Wirkung mit der Zeit oft nach. Entsprechend soll man sie also nicht ständig trinken, sondern nur, wenn man die Milchmenge wirklich steigern möchte. Die Homöopathie empfiehlt Agnus castus D6 Globuli (3 x täglich 5 Globuli).

Häufig wurde und wird behauptet, dass sich die Milchmenge der Frau auch durch vermehrtes Trinken beeinflussen lässt. Dies stimmt aber nach neueren Untersuchungen nicht: Die Milchmenge lässt sich allein durch häufiges und langes Stillen steigern.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Katja Flieger, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 14.03.2016 um 17:37


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