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Blutgerinnungstests



Vor jeder Operation prüfen Chirurg und Narkosearzt, ob der Patient über eine ausreichende Blutgerinnung verfügt, damit er während des Eingriffs nicht verblutet. Bei vielen Patienten wird das Blut auch bewusst „verdünnt“, d. h. die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wird stark herabgesetzt, um Blutgefäße blockierende Blutgerinnsel aufzulösen etwa bei einer tiefen Venenthrombose oder um mit Blutgerinnselbildung verbundenen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Auch die Leberfunktion lässt sich sehr gut über Gerinnungstests nachweisen, da nur die gesunde Leber die zur Gerinnung notwendigen Eiweiße in voller Menge bereitstellen kann. Zum Routineprogramm bei Verdacht auf eine Gerinnungsstörung sowie zur Überwachung einer blutverdünnenden Therapie zählen:

  • Quick-Test oder INR-Test (Thromboplastinzeit, Prothrombinzeit): Dieser Test ist ein Suchtest auf Gerinnungsstörungen, er misst die Dauer bis zum Einsetzen der Gerinnung, und gibt sie bezogen auf eine Standardzeit in Prozent an. Da der Quick-Wert stark laborabhängig ist, also nur schlecht zwischen verschiedenen Untersuchungslabors verglichen werden kann, wird er zunehmend durch einen standardisierten Korrekturfaktor (INR) ersetzt. Normal sind Quick-Werte von 70 bis 120 %, und INR-Werte von etwa 0,85 bis 1,15. 
  • PTT (Partielle Thromboplastinzeit, aPPT): Über diesen Test wird das andere Gerinnungssystem, das so genannte endogene System, überprüft. Der Normwert liegt bei 30–40 Sekunden. Mit der PTT lassen sich Hämophilien leicht erkennen. Auch bei der Vollheparinisierung dient die PTT als Steuergröße.
  • Thrombinzeit (TZ, Plasmathrombinzeit, PTZ): Auch dieser Wert dient der Kontrolle der Vollheparinisierung.
  • Blutplättchenzahl (Thrombozytenzahl): Die Zahl der Blutplättchen ist ebenfalls ein Indikator für die regelgerechte Funktionsfähigkeit des Gerinnungssystems.

Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Thilo Machotta | zuletzt geändert am 15.03.2016 um 18:21


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