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Aortendissektion



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Aortendissektion: Längsspaltung der mehrschichtigen Aortenwand über eine längere Strecke.

Tritt sie akut auf, ist sie ein lebensbedrohlicher Notfall mit ~ 20 % Sterblichkeit trotz Krankenhausbehandlung und Operation. Eine Aortendissektion entsteht bevorzugt bei älteren Menschen. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Gefährdet sind vor allem Patienten mit Bluthochdruck oder angeborenen Bindegewebserkrankungen.

Leitbeschwerden

Betroffene spüren plötzliche, starke reißende und schneidende Schmerzen in Brustkorb oder Rücken, die oft nach körperlichen oder psychischen Belastungen auftreten. Der Notarzt sollte sofort gerufen werden.

Die Erkrankung

Die Aortenwand besteht, wie jedes Blutgefäß, aus mehreren Gewebeschichten. Wenn die innerste Schicht, die Intima, einreißt, dringt Blut in die Aortenwand ein und wühlt sich zwischen den einzelnen Gewebsschichten innerhalb der Aortenwand. Dadurch spaltet sich die Aortenwand auf. Dieser Dissektionsspalt kann sich über weite Strecken der Aorta fortsetzen.

Die zerteilte Gefäßwand wölbt sich in das Gefäßinnere vor und engt es ein oder sie platzt nach außen auf und verursacht große innere Blutungen. Akute Aortendissektionen sind Notfälle und werden sofort operiert.

Häufiger aber ist die Feststellung als Zufallsbefund, z. B. im Rahmen eines Bauchultraschalls. Diese „stillen“ Aortendissektionen werden dann sofort operiert, wenn sie in der Nähe des Herzens liegen; sie werden als Typ A nach Stanford bezeichnet, lebensbedrohliche Komplikationen drohen rasch und sehr häufig. Liegt die Dissektion in der Bauchaorta oder im zwerchfellnahen Abschnitt – Typ B nach Stanford –, kann zunächst abgewartet werden.

Das macht der Arzt

Rät der Arzt zunächst abzuwarten, muss auf normale Blutdruckwerte geachtet und schwere körperliche Arbeit gemieden werden. Besonders wichtig ist die Regulierung des Stuhlgangs, Verstopfung und starkes Pressen müssen verhindert werden. Halbjährliche Befundkontrollen sind erforderlich. Nicht selten erübrigt sich eine OP, wenn das Blut im Dissektionsspalt gerinnt und den Spalt wieder verschließt.

Wird operiert, so wird der eingerissene Abschnitt wie bei einem Aortenaneurysma durch eine Prothese ersetzt.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Dieter Simon | zuletzt geändert am 19.04.2016 um 15:42


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