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Aftervorfall und Mastdarmvorfall



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Aftervorfall (Analprolaps) und Mastdarmvorfall (Rektumprolaps): Sichtbare Ausstülpung der Afterschleimhaut bzw. der Mastdarmschleimhaut, mitunter auch der gesamten Mastdarmwand durch den Analkanal nach außen. Hierzu kommt es zunächst vornehmlich beim Pressen während des Stuhlgangs; im weiteren Verlauf können die Anteile permanent nach außen gestülpt bleiben. Aufgrund der fortschreitenden Überdehnung verliert der Schließmuskel allmählich seine Verschlusskraft. Ebenso wächst die Gefahr für eine Einklemmung und damit für einen Untergang von Darmgewebe. Betroffen sind vornehmlich Frauen ab dem 60. Lebensjahr. Wichtigste Ursache eines Aftervorfalls ist eine Überdehnung des Bindegewebes des Beckenbodens (wie beim Gebärmuttervorfall) oder ausgeprägte Hämorrhoiden (4. Schweregrad). Weitere begünstigende Faktoren sind jahrelanges übermäßiges Pressen bei chronischer Verstopfung. Beim Mastdarmvorfall sind die Haltestrukturen des Beckenbodens durch ähnliche Grundursachen wie beim Aftervorfall noch stärker erschlafft.

Für beide Vorfallformen sind ein Fremdkörpergefühl beim Stuhlgang, Juckreiz im Analbereich, Stuhlinkontinenz infolge der Schließmuskelschwäche, mitunter auch Blutauflagerungen auf dem Stuhl charakteristisch. Zunächst gelingt es noch, die Ausstülpung (Vorfall) manuell zurückzuschieben, allerdings meist unter starken Schmerzen und nur für kurze Zeit; später bleibt der Vorfall dauerhaft bestehen.

Die Therapie besteht in beiden Fällen in einer plastischen Operation mit der gleichzeitigen Entfernung bestehender Hämorrhoiden. Eine Möglichkeit der chirurgischen Korrektur des Mastdarmvorfalls ist, den Mastdarm freizulegen, straff zu ziehen und wieder festzunähen. Trotz erfolgreicher Operation muss mit Rückfällen gerechnet werden, wobei die Rückfallquote bei einem Mastdarmvorfall mit 40 % höher ist als bei einem Aftervorfall mit 25 %.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Dr. Bernadette Andre-Wallis | zuletzt geändert am 13.09.2018 um 08:40


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